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Anamnese (Krankengeschichte) |
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Die Befragung des Patienten
sollte die gesamte sexuelle (Dys)funktion umfassen.
Diese lässt sich in drei Teilbereiche gliedern,
welche gemeinsam oder für sich gestört sein
können: sexuelles Verlangen (Libido), Erektion
und Ejakulation. Hilfreich zur Objektivierung und
Verlaufskontrolle der Beschwerden ist der Internationale
Index of Erectile Function (IIEF).
Eine auf fünf Fragen reduzierte Version dieses
Fragebogens ist der sog. IIEF5,
dessen Sensitivität und Spezifität immer
noch bei 98% bzw. 88% liegen. Der
IIEF5 liegt als
Selbsttest vor. Besonderes Augenmerk
gilt Begleiterkrankungen des Patienten (z.B. Diabetes
mellitus, Bluthochdruck), Risikofaktoren (Alkohol,
Nikotin) und der Medikamenteneinnahme; aber auch die
Frage nach Partnerschaftsproblemen sollte nicht vergessen
werden. |
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Die Befragung sollte folgende Punkte
klären: |
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Dauer der Erektionsstörung |
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Art des Beginns der Erektionsstörung
(langsam, plötzlich) |
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Libido: vorhanden, eingeschränkt
oder fehlend? Weitere Informationen über Libidostörungen
finden Sie [hier] |
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Erreichbarer Erektionsgrad nach der
Bähren-Klassifikation: |
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| E0 |
Keine Erektion |
| E1 |
Geringe Tumeszenz, keine Rigidität |
| E2 |
Mittlere Tumeszenz, keine Rigidität |
| E3 |
Volle Tumeszenz, keine Rigidität |
| E4 |
Volle Tumeszenz, mittlere Rigidität |
| E5 |
Volle Tumeszenz, volle Rigidität |
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vorzeitige Detumeszenz (Erschlaffung)?
Lesen Sie dazu auch [hier] |
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Kann Geschlechtsverkehr ausgeübt
werden? |
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Hat der Penis normale Form oder kommt
es zu Abweichungen (Deviation)? |
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Schmerzen bei der Erektion? |
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Verhärtungen am Penis? |
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Sind morgendliche und/oder nächtliche
Spontanerektionen vorhanden? |
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Wie häufig, wenn überhaupt möglich,
findet Geschlechtsverkehr statt; wie war es früher? |
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Ist die Ejakulation zu früh, normal
oder zu spät? Informationen über Ejakulationsstörungen
finden Sie [hier] |
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Gibt es einen äußeren Störfaktor,
der sich auf die Erektion auswirkt (Stress, Urlaub)? |
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Ist die Störung auch bei Masturbation
vorhanden? |
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Ist die Störung vom Partner oder den sexuellen
Praktiken abhängig? |
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Wie hoch ist der Leidensdruck des Patienten? |
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Hat der Patient eine Erklärung für seine
Erektionsstörung? |
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Frage nach Begleit- und/oder Vorerkrankungen. Vergleiche
auch [hier]. |
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Frage nach Operationen und/oder Verletzungen in der
Vergangenheit. Vergleiche auch [hier]. |
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Körperliche Untersuchung |
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Die körperliche
Untersuchung schließt sich in der Regel an die
Erhebung der Krankengeschichte an. Dabei haben die
Untersuchung und Beurteilung des äußeren
Genitales (Lesen Sie dazu auch: Anatomie
und Physiologie der männlichen Geschlechtsorgane)
sowie der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale
besonderen Vorrang. Folgende Organe bzw. Körperteile
werden insbesondere untersucht: |
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Brustdrüsen (Mammae); Besteht ev. eine Gynäkomastie?
Lesen Sie dazu auch [hier] |
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Penis, Lesen Sie dazu auch: Penismaße |
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Hodensack, einschließlich Hoden, Nebenhoden
und Samenstrang |
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Prostata |
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Beurteilung des Körperbaus (Habitus) |
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Behaarungsmuster |
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Fehl- und/oder Missbildungen |
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Harnröhrenfehlmündungen (Hypospadie,
Epispadie) |
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Vorhautverengung (Phimose) |
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Induratio
penis plastica (IPP) |
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Neubildungen (gutartig, bösartig) |
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Entzündliche Veränderungen ( [z.B. Nebenhodenentzündung
[Epididymitis]),
Infektion, Ausfluss |
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Residuen nach Traumata oder Operationen (z.B. Beschneidung
[Zirkumzision],
Entfernung des Hodens wegen eines Hodentumors [Orchiektomie]) |
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Erkrankung(en) von Hoden/Nebenhoden/Prostata/Samenblase |
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Labor |
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Die Blut- und Urinuntersuchung
hilft, Erkrankungen, welche eine Erektilen Dysfunktion
bedingen können, zu erkennen. Dazu zählen
beispielsweise der Hypogonadismus,
Diabetes mellitus oder die Niereninsuffizienz. [Hier]
finden Sie Normwerte
(Männer) für Blutbild, Elektrolyte, Leberwerte,
Nierenwerte, Tumormarker und Hormone. |
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Blutbild |
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Cholesterin, Triglyceride, Blutzucker, ggf. HbA1c |
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Fakultativ bzw. bei Verdacht auf eine Erkrankung |
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Leber- und Nierenwerte |
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Testosteron bei Männern über 50 Jahre oder
herabgesetzter Libido oder klinischem
Hypogonadismus |
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Gesamt-Testosteron und Sexual-Hormon-Bindendes-Globulin
(SHBG); daraus lässt sich unter Kenntnis der Albuminfraktion
im Serum das freie Testosteron errechnen |
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LH, FSH bei erniedrigtem Testosteronspiegel;
ggf. Hypophysentest (GnRH-Test) |
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Prolaktin bei reduzierter Libido und/oder Gynäkomastie
und/oder Testosteron <4ng/ml |
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Schilddrüsenwerte (fT3, fT4, TSH) |
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| Semi-invasive
Diagnostik |
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Ultraschalluntersuchung (Sonographie/Duplexsonographie),
ggf. in Verbindung mit der SKAT-Untersuchung |
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Die einfache Ultraschalluntersuchung erlaubt eine
Beurteilung der Penisbeschaffenheit. So können
Formveränderungen und/oder Verkalkungen und/oder
Plaques diagnostiziert werden. |
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Die farbkodierte Duplexsonographie
erlaubt eine Aussage über die arterielle Durchblutung
im Seitenvergleich und im Vergleich mit einer extrapenilen
(d.h. nicht im Penis gelegenen) Arterie. Weitere Informationen
zur Duplexsonographie finden Sie [hier]. |
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Neurologische und neurophysiologische
Untersuchungen |
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Neurologische Basisuntersuchung |
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Corpus-cavernosum-Elektromyogramm (CC-EMG) |
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Penile sympathische Hautantwort (PSHA) |
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Beckenboden-EMG |
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Nervus pudendus Latenzzeit Bestimmung |
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Bulbuskavernosusreflex |
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Erfassung nächtlicher Tumeszenzen (Rigiscan) |
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Schlaflabor |
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Schwellkörperinjektionstest (SKIT) |
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es wird in der Regel mit einem PGE1 Präparat
eine Erektion induziert, dazu wird die Substanz in den
Schwellkörper injiziert (dorsolateral in das proximale
Drittel des Schwellkörpers) |
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es sollte mit einer niedrigen Dosierung (5µg oder
10µg) begonnen werden und maximal eine Testung pro Tag
erfolgen |
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der Erfolg dieses Tests kann durch visuelle Stimulation
um 70% verbessert werden |
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folgende Informationen lassen sich ableiten: |
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Erfolg bei niedriger Dosierung: autonom-neurogene,
psychogene oder endokrinologische Ursache der ED wahrscheinlich |
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Erfolg bei hoher Dosierung: arterielle oder kavernös-myozytäre
Degeneration wahrscheinlich |
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Erfolg bei sehr hoher Dosierung: venookklusive Dysfunktion
wahrscheinlich |
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| Invasive Diagnostik |
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Kavernosographie, dynamische Infusionskavernosographie
und -metrie |
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Hierbei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem
nach Gabe eines Kontrastmittels Röntgenbilder vom
Penis und dem kleinen Becken gemacht werden, um bauliche
Veränderungen und/oder pathologisch drainierende
Gefäße zu diagnostizieren. Weitere Informationen
finden Sie [hier] |
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Beispiel
für eine venöse Leckage |
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Pharmakophalloarteriographie (selten) |
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vor geplanten gefäßrekonstruktiven Eingriffen |
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nach Verletzungen |
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inzwischen wird die sog. CT-Angiographie als gleichwertig
angesehen, so dass eine Arteriographie nur noch in Ausnahmefällen
erforderlich wird. Die Sensitivität liegt bei 93%,
die Spezifität bei 79%. |