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Definition

Bei der Impotenz werden zwei Formen unterschieden. Die Impotentia coeundi (Erektile Dysfunktion) bezeichnet die Unfähigkeit zur Ausübung des Geschlechtaktes. Sie ist jene Form, die im allgemeinen Sprachgebrauch unter Impotenz verstanden wird. Die zweite Form, die Impotentia generandi (Sterilität, Infertilität), steht für die Unfähigkeit zur Fortpflanzung.

Die Erektile Dysfunktion (ED) ist eine Form der Impotentia coeundi, bei der keine ausreichende Steifheit (Rigidität) des Penis zur Durchführung eines Geschlechtsverkehrs erreicht oder erhalten werden kann. Dabei liegt die Betonung auf der Durchführung des Geschlechtsverkehrs. Masters und Johnson haben 1970 einen Mann als impotent klassifiziert, wenn er bei mindestens 75% seiner koitalen Versuche wegen mangelnder Rigidität (Steifheit) zu einer Penetration (Eindringen) nicht in der Lage war. Aus dem Genannten geht hervor, dass eine ED nicht über den maximal zu erreichenden Grad der Tumeszenz (Umfangszunahme) und/oder Rigidität definiert wird. Per definitionem müssen die Erektionsstörungen seit mindestens sechs Monaten bestehen. 

Diese Definition macht keine Aussage bezüglich der Libido (Lust auf Sex). Diese ist in der Mehrzahl der Fälle auch erhalten. Liegt ein Libidomangel vor, beispielsweise durch eine Hormonstörung, kann auch keine Erektion zustande kommen, jedoch sind die physiologischen Voraussetzungen dafür nicht gestört. Eine ED ist nicht zwingend mit einer Ejakulations- oder Orgasmusstörung verbunden. 


Häufigkeit

In Deutschland sind zirka vier bis sechs Millionen Männer betroffen, wobei genaue Zahlen auf Grund der "Sensibilität" des Themas nicht vorliegen. Von den 40-jährigen Männern sind zirka zwei Prozent betroffen und von den 65-jährigen Männern schätzungsweise 25%, wobei eine eindeutige Altersabhängigkeit zu beobachten ist. Gleich hier gilt es jedoch anzumerken, dass die Zahlenangaben großen Schwankungen unterliegen. Anders als früher, als nach Meinung der Gelehrten zirka 90% der Erektionsstörungen psychisch bedingt waren, soll dies heute bei zirka einem Drittel der Betroffenen der Fall sein. Bei der Hälfte der betroffenen Patienten werden heute organische Störungen (s.u.) angenommen. Bei den verbleibenden 20% liegt eine Kombination beider Ursachen zugrunde. Diabetiker sind doppelt so häufig betroffen.  Wichtig zu wissen ist, dass bei beiden Geschlechtern erst im Alter von über 75 Jahre das sexuelle Interesse und die sexuelle Aktivität deutlich nachlassen. Untersuchungen zufolge treten Libidostörungen bei 2% aller Männer auf.

Massachusetts Male Aging Studie, Feldmann et al., 1994 

Von 1290 zufällig befragten Männern im Großraum Boston hatten von den 40-70jährigen Männern 52% Erektionsstörungen. Dabei hatten:

# 17% eine milde Form,
# 25% eine moderate Form und
# 10% eine schwere Form der Erektilen Dysfunktion.

 ImpoDoc

Metaanalyse der englischsprachigen Literatur, Spector and Carey, bis 1990

3 bis 9% der Männer litten unter Erektiler Dysfunktion; Grundlage waren 23 Studien der letzten 50 Jahre.

Kölner Umfrage

Bei einer Befragung von 8000 Kölner Männern, von denen 58% an der Umfrage teilnahmen, hatten 19,2% eine ED, aber nur 8% litten auch daran.

National Health & Social Survey Umfrage, Laumann et al., 1994, 1999

Ergebnisse einer Umfrage mit 1511 Teilnehmern:

# 18-29 Jahre: 7% ED
# 30-39 Jahre: 9% ED
# 40-49 Jahre: 11% ED
# 50-59 Jahre: 18% ED

ImpoDoc

 Baltimore longitudinal aging study, Morley et al., 1986

# 55 Jahre: 8% ED
# 65 Jahre: 25% ED
# 75 Jahre: 55% ED
# 80 Jahre: 75% ED

ImpoDoc

Sonstige

Schätzungen zufolge, waren 1995 ca. 152 Millionen Männer weltweit an Erektiler Dysfunktion erkrankt. Die Tatsache, dass im Jahr 2025 ca. 322 Millionen Männer betroffen sein werden, lässt die Bedeutung der Erkrankung unschwer erkennen.


Ursachen

Glaubte man früher noch, dass die ED zu 80% psychisch bedingt sei, so werden heute multifaktorielle respektive organische Erkrankungen als Hauptursache angenommen. Im Allgemeinen gilt, dass bei jüngeren Patienten die psychoreaktiven Faktoren überwiegen und bei den älteren Männern eher organische Störungen ursächlich in Frage kommen. 

Allgemeine Ursachen
  • Alter
    Dass mit zunehmendem Alter die Prävalenz der Erektilen Dysfunktion zunimmt, ist hinreichend bekannt (siehe auch). Hinsichtlich der pathophysiologischen Ursachen gibt es bisher nur eine ganze Reihe Vermutungen, deren Zusammenhang noch nicht ganz geklärt ist. Eine mit dem Alter auftretende strukturelle Veränderung der glatten Muskulatur und der Tunica albuginea (Veränderung der Kollagenzusammensetzung, Reduktion von elastischen Fasern) bedingt eine Reduktion der Elastizität und Compliance des Penis. Daneben kommt es im Alter zu einer Reduktion des Blutflusses einschließlich der Empfindlichkeit des Schwellkörpergewebes auf nervale, hormonelle und pharmakologische Reize.
  • Alkohol
  • Adipositas (Fettleibigkeit)
  • Nikotin
    • Das Rauchen erhöht das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und ist damit sekundär Risikofaktor hinsichtlich des Entwickelns einer Erektilen Dysfunktion.
    • Rauchen potenziert aber auch das Risiko des Auftretens einer Erektilen Dysfunktion bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, d.h.:
    • + bei behandelten Herzerkranken: 56% der Raucher vs. 21% der Nichtraucher
    • + bei behandelten Hypertonikern: 20% der Raucher vs. 8,5% der Nichtraucher
  • Drogen
Spezielle Ursachen

Veränderungen der arteriellen Strombahn
Die zumeist arteriosklerotischen Gefäßveränderungen führen zu einer unzureichenden Füllung der Schwellkörper, wobei hier in der Regel die gesamte arterielle Strombahn im Sinne einer Arteriosklerose ("Arterienverkalkung") betroffen ist. Risikofaktoren für solche Gefäßveränderungen sind neben Fettstoffwechselstörungen der Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie), die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) sowie der bereits o.g. Nikotinabusus. Vergesellschaftete Krankheitsbilder sind:

Koronare Herzkrankheit (KHK, Herzkranzgefäßverengung)
Die Schwere der KHK scheint mit dem Auftreten und dem Ausmaß der Erektilen Dysfunktion zu korrelieren.

Periphere Arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
In erster Linie sind die Beinarterien betroffen - die auch als "Schaufensterkrankheit" bezeichnete pAVK kann sich durch eine verkürzte Gehstrecke, kalte und/oder offene Füße und Beine bemerkbar machen.

Diabetische Mikroangiopathie
Bei der Zuckerkrankheit können neben den großen Gefäßen auch kleine Schlagadern durch Umbauprozesse geschädigt werden.

Aortenisthmusstenose, Aortenaneurysma 
Hierbei handelt es sich um Veränderungen der Hauptschlagader. Während bei der Aortenisthmusstenose eine angeborene oder erworbene Verengung am Aortenbogen vorliegt, handelt es sich bei Aortenaneurysma um eine krankhafte Erweiterung der Aorta.

Verschluss oder Minderdurchblutung der Arteria iliaca interna und/oder Arteria pudenda
Hierbei handelt es sich um Gefäße der Beckenstrombahn, die neben den Beckeneingeweiden auch den Penis mit sauerstoffreichem Blut versorgen.

Verschluss oder Minderdurchblutung der Arteria radicularis magna
Dieses Gefäß dient der Versorgung des Rückenmarks mit sauerstoffreichem Blut. 

Venöse und/oder kavernöse Insuffizienz, Veno-occlusive Dysfunction, venöses Leck
Ein vorzeitiger oder vermehrter Blutabfluss führt zur unzureichenden Steifheit bzw. zum Nichtzustandekommen einer Erektion. Als Ursache kommen Umbauvorgänge des Penisgewebes (fibrotischer Umbau der Schwellkörpermuskulatur, Defekt der Schwellkörperhülle [Tunica albuginea]) ; oder auch Transmitterstörungen im Schwellkörpergewebe in Frage. Diese Umbauvorgänge können nicht zuletzt durch jahrelange Durchblutungsstörungen hervorgerufen worden sein. Durch Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass die Hypoxie-bedingten Umbauvorgänge zunächst in den am weitesten peripher gelegenen kleinen Arterien erfolgt und zunächst zu einem teilweisen Umbau der glatten Muskulatur in fibrotisches Bindegewebe führt. In der Folge kommt es zuerst zu einer Ausbildung einer kavernösen veno-okklusiven Dysfunktion, ohne dass in Ultraschalluntersuchungen die krankhaften Veränderungen der Penisarterien nachweisbar werden. Zu einem späteren Zeitpunkt werden dann auch die Penisarterien von diesem Umbau betroffen.  

Neurogene Ursachen
Darunter sind alle Erkrankungen des zentralen (Gehirn und Rückenmark) und peripheren Nervensystems (Nerven) zu verstehen. Nachfolgend sind exemplarisch einige Erkrankungen aufgeführt, durch die eine Erektile Dysfunktion bedingt sein kann: 

# Amyloidose
# Bandscheibenvorfall (NPP: Nucleus pulposus prolaps)
# Diabetische Neuropathie
# Morbus Parkinson (Schüttellähmung)
Multiple Sklerose (Encephalitis disseminata)
Rückenmarkstumor, -trauma, -kompression
#Spina bifida
#Tabes dorsalis bei Neurolues
#Shy-Drager-Syndrom
#Arnold-Chiari-Syndrom
#Morbus Alzheimer
#Guillain-Barré-Syndrom
#Temporallappen-Epilepsie
#Vitamin B12 Mangel

Stoffwechselstörungen

# Diabetes mellitus

+ zirka 35 bis 75% der Männer mit Diabetes mellitus haben eine ED
+ 50% der Diabetiker entwickeln eine ED innerhalb der ersten zehn Jahre
+ bei zirka 12% der Diabetiker ist die Erektionsstörung Erstsymptom
+ Diabetiker entwickeln eine ED 10 bis 15 Jahre früher als Nicht-Diabetiker
+ Typ-I-Diabetiker: in der Regel neurogene ED
+ Typ-II-Diabetiker: in der Regel vaskuläre ED

# Chronische Niereninsuffizienz
# Chronische Leberinsuffizienz
# Chronischer Alkoholabusus
# Hyperlipidämie und niedrige HDL-Serumspiegel (Fettstoffwechselstörungen)

Zustand nach chirurgischen Operationen, z.B. 

# Transurethrale Prostataresektion (TUR-P) bei Prostataadenom
# Radikale retropubische Prostatovesikulektomie (RRP) wegen Prostatakarzinom
# Zystektomie wegen Blasenkarzinom
# Rektumamputation bei Rektumkarzinom

Zustand nach Verletzungen

# Penisverletzungen
# Beckenringbruch
# Stumpfes perineales Trauma

Hormonstörungen
Hormonstörungen sind mit 5% selten. Außerdem steht hier die mangelnde Lust (Libido) im Vordergrund der Beschwerden.

# Primärer oder sekundärer Hypogonadismus
# Andere endokrinologische Erkrankungen:
+ Hyperprolaktinaemie (erhöhter Spiegel des Prolaktins im Blut)
+ Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) in der Regel mit verminderter Libido verbunden, weniger mit Erektionsstörungen
+ Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)

Medikamente
Eine Vielzahl von Medikamenten können den komplizierten Mechanismus der Erektion stören. Eine Auswahl ursächlich in Frage kommender Medikamentengruppen sind: 

#Nitrate
#Psychopharmaka (Antidepressiva, Halluzinogene, Neuroleptika, Hypnotika, Tranquillantien), z.B. Amytriptyline, Phenytoin, Lithium, 
#Beta-Blocker
#H2-Blocker, z.B. Cimetidin, Famotidin
#Protonenpumpenblocker, z.B. Omeprazol
#ACE-Hemmer
#Ca-Antagonisten, z.B. Verapamil
#Antiepileptika
#Antiandrogene, weibliche Geschlechtshormone
#Lipidsenker, z.B. Clofibrat
#Diuretika, z.B. Thiaziddiuretika
#NSAR, z.B. Naproxen, Indometacin
#Herzglycoside, z.B. Digoxin
#Eine modifizierte tabellarische Zusammenstellung von Medikamenten mit Einfluss auf die Sexualfunktion finden Sie hier (Spark RF: Male Sexual Health: A Couple's Guide. Yonkers: Consumer Reports Books, 1991.117-118).

Sonstige

#Induratio penis plastica (IPP, Peyronie's disease, Peniskrümmung)
#Priapismus
#Angeborene und/oder erworbene Fisteln im Bereich der Corpora cavernosa
#Androgendeprivation (medikamentös und/oder chirurgisch, z.B. bei der Behandlung des Prostatakarzinoms
#Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
#Sklerodermie, systemische
#Chronische Infektionskrankheiten
#Radiotherapie (Strahlentherapie) des kleinen Beckens
#Chronisches Ulcusleiden (?)
#Chronische Arthritis (?)
#Allergien (?)
#Chronisches perineales Trauma: z.B. Fahrradfahren (?)

Psychische Ursachen

#Leistungsdruck
#Partnerschaftsprobleme
#Depressionen, akute oder chronische
#Stress
#Versagensängste
#Müdigkeit
#Unerfahrenheit


Diagnose

An dieser Stelle sei angemerkt, dass auf Grund der Sensibilität des Themas immer noch viele Männer ihre Probleme verschweigen. Schätzungen gehen davon aus, dass deshalb in mehr als 70% der Fälle die Diagnose Erektile Dysfunktion (ED) gar nicht erst gestellt wird!

Die Diagnostik der Erektilen Dysfunktion lässt sich in drei Abschnitte gliedern:
# Nicht-invasive Diagnostik
# Semi-invasive Diagnostik
# Invasive Diagnostik

Nachfolgend werden die einzelnen Untersuchungen der jeweiligen diagnostischen Abschnitte erläutert.

Nicht invasive Diagnostik

Anamnese (Krankengeschichte)

Die Befragung des Patienten sollte die gesamte sexuelle (Dys)funktion umfassen. Diese lässt sich in drei Teilbereiche gliedern, welche gemeinsam oder für sich gestört sein können: sexuelles Verlangen (Libido), Erektion und Ejakulation. Hilfreich zur Objektivierung und Verlaufskontrolle der Beschwerden ist der Internationale Index of Erectile Function (IIEF). Eine auf fünf Fragen reduzierte Version dieses Fragebogens ist der sog. IIEF5, dessen Sensitivität und Spezifität immer noch bei 98% bzw. 88% liegen. Der IIEF5 liegt als Selbsttest vor. Besonderes Augenmerk gilt Begleiterkrankungen des Patienten (z.B. Diabetes mellitus, Bluthochdruck), Risikofaktoren (Alkohol, Nikotin) und der Medikamenteneinnahme; aber auch die Frage nach Partnerschaftsproblemen sollte nicht vergessen werden.

Die Befragung sollte folgende Punkte klären:

# Dauer der Erektionsstörung
# Art des Beginns der Erektionsstörung (langsam, plötzlich)
# Libido: vorhanden, eingeschränkt oder fehlend? Weitere Informationen über Libidostörungen finden Sie [hier]
# Erreichbarer Erektionsgrad nach der Bähren-Klassifikation:

E0 Keine Erektion

E1 Geringe Tumeszenz, keine Rigidität

E2 Mittlere Tumeszenz, keine Rigidität

E3 Volle Tumeszenz, keine Rigidität

E4 Volle Tumeszenz, mittlere Rigidität

E5 Volle Tumeszenz, volle Rigidität

# vorzeitige Detumeszenz (Erschlaffung)? Lesen Sie dazu auch [hier]
# Kann Geschlechtsverkehr ausgeübt werden?
# Hat der Penis normale Form oder kommt es zu Abweichungen (Deviation)?
# Schmerzen bei der Erektion?
# Verhärtungen am Penis?
# Sind morgendliche und/oder nächtliche Spontanerektionen vorhanden?
# Wie häufig, wenn überhaupt möglich, findet Geschlechtsverkehr statt; wie war es früher?
# Ist die Ejakulation zu früh, normal oder zu spät? Informationen über Ejakulationsstörungen finden Sie [hier]
# Gibt es einen äußeren Störfaktor, der sich auf die Erektion auswirkt (Stress, Urlaub)?
# Ist die Störung auch bei Masturbation vorhanden?
# Ist die Störung vom Partner oder den sexuellen Praktiken abhängig?
# Wie hoch ist der Leidensdruck des Patienten?
# Hat der Patient eine Erklärung für seine Erektionsstörung?
# Frage nach Begleit- und/oder Vorerkrankungen. Vergleiche auch [hier].
# Frage nach Operationen und/oder Verletzungen in der Vergangenheit. Vergleiche auch [hier].

Körperliche Untersuchung

Die körperliche Untersuchung schließt sich in der Regel an die Erhebung der Krankengeschichte an. Dabei haben die Untersuchung und Beurteilung des äußeren Genitales (Lesen Sie dazu auch: Anatomie und Physiologie der männlichen Geschlechtsorgane) sowie der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale besonderen Vorrang. Folgende Organe bzw. Körperteile werden insbesondere untersucht: 

# Brustdrüsen (Mammae); Besteht ev. eine Gynäkomastie? Lesen Sie dazu auch [hier]
# Penis, Lesen Sie dazu auch: Penismaße
# Hodensack, einschließlich Hoden, Nebenhoden und Samenstrang
# Prostata
# Beurteilung des Körperbaus (Habitus)Behaarungsmuster
# Fehl- und/oder Missbildungen
# Harnröhrenfehlmündungen (Hypospadie, Epispadie)
# Vorhautverengung (Phimose)
# Induratio penis plastica (IPP)
# Neubildungen (gutartig, bösartig)
# Entzündliche Veränderungen ( [z.B. Nebenhodenentzündung [Epididymitis]), Infektion, Ausfluss
# Residuen nach Traumata oder Operationen (z.B. Beschneidung [Zirkumzision], Entfernung des Hodens wegen eines Hodentumors [Orchiektomie])
# Erkrankung(en) von Hoden/Nebenhoden/Prostata/Samenblase

Labor

Die Blut- und Urinuntersuchung hilft, Erkrankungen, welche eine Erektilen Dysfunktion bedingen können, zu erkennen. Dazu zählen beispielsweise der Hypogonadismus, Diabetes mellitus oder die Niereninsuffizienz. [Hier] finden Sie Normwerte (Männer) für Blutbild, Elektrolyte, Leberwerte, Nierenwerte, Tumormarker und Hormone.

# Blutbild
# Cholesterin, Triglyceride, Blutzucker, ggf. HbA1c
# Fakultativ bzw. bei Verdacht auf eine Erkrankung

# Leber- und Nierenwerte
# Testosteron bei Männern über 50 Jahre oder herabgesetzter Libido oder klinischem Hypogonadismus
# Gesamt-Testosteron und Sexual-Hormon-Bindendes-Globulin (SHBG); daraus lässt sich unter Kenntnis der Albuminfraktion im Serum das freie Testosteron errechnen
# LH, FSH bei erniedrigtem Testosteronspiegel; ggf. Hypophysentest (GnRH-Test)
# Prolaktin bei reduzierter Libido und/oder Gynäkomastie und/oder Testosteron <4ng/ml
# Schilddrüsenwerte (fT3, fT4, TSH)

Semi-invasive Diagnostik

# Ultraschalluntersuchung (Sonographie/Duplexsonographie), ggf. in Verbindung mit der SKAT-Untersuchung

Die einfache Ultraschalluntersuchung erlaubt eine Beurteilung der Penisbeschaffenheit. So können Formveränderungen und/oder Verkalkungen und/oder Plaques diagnostiziert werden. Die farbkodierte Duplexsonographie erlaubt eine Aussage über die arterielle Durchblutung im Seitenvergleich und im Vergleich mit einer extrapenilen (d.h. nicht im Penis gelegenen) Arterie. Weitere Informationen zur Duplexsonographie finden Sie [hier].

# Neurologische und neurophysiologische Untersuchungen 

# Neurologische Basisuntersuchung
# Corpus-cavernosum-Elektromyogramm (CC-EMG)
# Penile sympathische Hautantwort (PSHA)
# Beckenboden-EMG 
# Nervus pudendus Latenzzeit Bestimmung
# Bulbuskavernosusreflex
# Erfassung nächtlicher Tumeszenzen (Rigiscan)
# Schlaflabor

 #Schwellkörperinjektionstest (SKIT)

# es wird in der Regel mit einem PGE1 Präparat eine Erektion induziert, dazu wird die Substanz in den Schwellkörper injiziert (dorsolateral in das proximale Drittel des Schwellkörpers)
# es sollte mit einer niedrigen Dosierung (5µg oder 10µg) begonnen werden und maximal eine Testung pro Tag erfolgen
# der Erfolg dieses Tests kann durch visuelle Stimulation um 70% verbessert werden
# folgende Informationen lassen sich ableiten:
   # Erfolg bei niedriger Dosierung: autonom-neurogene, psychogene oder endokrinologische Ursache der ED wahrscheinlich
   # Erfolg bei hoher Dosierung: arterielle oder kavernös-myozytäre Degeneration wahrscheinlich
   # Erfolg bei sehr hoher Dosierung: venookklusive Dysfunktion wahrscheinlich

Invasive Diagnostik

# Kavernosographie, dynamische Infusionskavernosographie und -metrie

Hierbei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem nach Gabe eines Kontrastmittels Röntgenbilder vom Penis und dem kleinen Becken gemacht werden, um bauliche Veränderungen und/oder pathologisch drainierende Gefäße zu diagnostizieren. Weitere Informationen finden Sie [hier]
Beispiel für eine venöse Leckage

#Pharmakophalloarteriographie (selten)

vor geplanten gefäßrekonstruktiven Eingriffen
nach Verletzungen
inzwischen wird die sog. CT-Angiographie als gleichwertig angesehen, so dass eine Arteriographie nur noch in Ausnahmefällen erforderlich wird. Die Sensitivität liegt bei 93%, die Spezifität bei 79%.

 


Therapie

Kausale Behandlung

Darunter versteht man das Erkennen und Beseitigen der Ursache der Erkrankung. So kann bei einem Testosteronmangel (z.B. beim Hypogonadismus) das Testosteron substituiert werden.

Medikamentöse Behandlung

Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Medikamenten, die jedoch in der Regel rezeptpflichtig sind und deren Gebrauch wohl durchdacht sein sollte. Hier ist unbedingt das Gespräch mit dem Arzt des Vertrauens erforderlich. Von einer unkontrollierten Einnahme von Medikamenten, beispielsweise durch Bestellung über das Internet, kann nur eindringlich abgeraten werden. Es gibt eine Reihe verschiedener Klassifikationssysteme, wobei nachfolgend nach den verschiedenen Wirkungsweisen sortiert wurde. Es sei hier noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass bezüglich der Wirkstoffe Informationen aus der Literatur wiedergegeben werden und diese keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.

1. Wirkstoffe, die eine Entspannung der glatten Muskulatur des Penis bewirken

L-Arginin
Nitritoxid (NO) wird mittels der NO-Synthetase aus L-Arginin katalysiert. Bisher gibt es nur eine kleine Studie, die auf der oralen Applikation von L-Arginin zur Behandlung der ED basierte. Dort konnte eine nur schwache Wirksamkeit nachgewiesen werden. Gute Ergebnisse sind natürlich bei Patienten zu erwarten, die initial nur niedrige NO-Spiegel haben.

Phentolamin (Vasomax®)
Hierbei handelt es sich um einen nicht-selektives Sympatholytikum (Alpha-Blocker), welches sowohl die Alpha-1 als auch die Alpha-2 Rezeptoren blockiert und somit eine Erektion unterstützen kann. Es wurde eine dosisabhängige (20 bis 60mg) Verbesserung der Erektion beschrieben. Die Anwendung von Phentolamin erfolgt jedoch derzeit nur unter klinischen Studienbedingungen. Nebenwirkungen sind Rhinitis, Schwindel und Kopfschmerzen. Die Wirksamkeit ist im Vergleich zu Apomorphin und Sildenafil geringer.

Sildenafil (Viagra®)
Einer der inzwischen wohl bekanntesten Wirkstoffe zur Behandlung der Erektilen Dysfunktion ist das Sildenafil (Viagra®). Inzwischen wird der Einsatz von Sildenafil als Therapie der Wahl bei Erektiler Dysfunktion angesehen, insbesondere, da durch zahlreiche klinische Studien die Sicherheit des Medikamentes getestet worden und die Zahl der Nebenwirkungen gering ist. Eine umfangreiche Abhandlung über die Wirkung des Medikamentes finden Sie [hier]. Eine Liste der in Deutschland erhältlichen Nitrate und NO-Donatoren, deren Verwendung zu gefährlichen Wechselwirkungen mit dem Medikament Viagra® führen können, finden Sie [hier]. Was deutsche Gerichte bezüglich der Kostenübernahme sagen, können Sie [hier] nachlesen.

Kontraindikationen
Einnahme von Nitraten, NO-Donatoren (z.B. Molsidomin)
Retinitis pigmentosa
Herzinfarkt/ Apoplexie < 6 Monaten
Hypotonie < 90/ 50 mm Hg
Sichelzellanämie, Leukämie, multiples Myelom (Priapismusrisiko)
Dekompensierte Hepatopathie
Non-Compliance Patienten
Schwere fibrotische Penisveränderungen/-verbiegungen 
Instabile Angina pectoris, schwere Herzinsuffizienz

Nebenwirkungen
Kopfschmerzen 16%
Gesichtsrötungen 10%
Verdauungsstörungen 7%
Schwellungen der Nasenschleimhaut 4%
Sehstörungen 3%
Schwindel 2%
Hautausschlag 2%

Tadalafil (IC351, Cialis™) [Fachinformation]]
Dieses von der Firma Lilly Icos entwickelte Medikament zählt, wie das Sildenafil, zu den selektiven Phosphodiesterasehemmern (PDE 5 Hemmer). Das Medikament wurde im November 2002 für Europa zugelassen. Seit 01. Februar 2003 ist dieses Medikament in Deutschland zugelassen.

Phase III-Studien mit Cialis ergaben, dass Männer mit moderater bis schwerer Erektiler Dysfunktion in 85% der Fälle eine deutlich bessere Erektion erreichen konnten. Diabetiker berichteten in bis zu 64% der Fälle über eine gesteigerte Erektion. Häufigste Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und Dyspesie. Weiterlesen...

Trazodon (Thombran®)
Dieses Medikament ist ein Serotoninagonist mit peripher sympatholytischer Aktivität (Alpha-Rezeptor-Blocker) und wird als ein nicht-trizyklisches Antidepressivum verwendet. Die Wirkung wird dabei über eine Hemmung der Serotonin Wiederaufnahme sowie über eine Alpha-Rezeptor Blockade vermittelt. Als Nebeneffekt wurde eine Zunahme der nächtlichen Erektionen beobachtet. Bei einer Dosierung von 100 bis 200mg hatten 60% der Patienten eine Zunahme der Erektion, wobei die besten Erfolge bei psychogener Impotenz beobachtet wurden. In Kombination mit Yohimbin konnte die Erfolgsrate auf 70% gesteigert werden. In einer anderen Untersuchung konnte die verbesserte Erektionsrate gegenüber Plazebo nicht nachgewiesen werden. Unabhängig von diesen Ergebnissen konnte letztendlich bei Patienten mit gemischten Ursachen einer Erektilen Dysfunktion ein Effekt in plazebo-kontrollierten Doppelblindstudien bei einer Dosierung von 50-100mg nicht nachgewiesen werden.

Vardenafil (Levitra™) [Fachinformation]
Dieses von der Firma Bayer entwickelte Medikament zählt, wie das Sildenafil, zu den selektiven Phosphodiesterasehemmern. Das Medikament ist seit März 2003 in Deutschland zugelassen.

Ergebnissen einer Phase II-Studie zufolge fand sich eine 80%ige Erfolgsrate, unabhängig vom Alter der Patienten sowie dem Schweregrad und der Ätiologie der ED. Der Wirkungseintritt erfolgt nach ca. 20-30 Minuten. Die Halbwertszeit liegt bei ca. vier Stunden.

In einer Phase III-Studie testeten 452 Männer mit Diabetes mellitus über zwölf Wochen Vardenafil. 72% berichteten über eine bessere Erektion und 54% der Studienteilnehmer hatten nach oraler Einnahme von 20mg des Präparates einen erfolgreichen Geschlechtsverkehr. Häufigste Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen, Rhinitis und Flush. Weiterlesen...

 2. Injektions- und Instillationsstoffe

Alprostadil, Prostataglandin E1, PGE1
Alprostadil wird zur SKAT-Therapie (Schwellkörperautoinjektionstherapie) verwendet. Das heißt, dass sich der Patient mit einer Spritze eine für ihn optimierte Dosis des Medikaments in die Schwellkörper injiziert, um so eine Erektion zu erreichen. Die Erfolgsrate liegt bei 70 bis 80% und damit vergleichsweise sehr hoch. Systemische Nebenwirkungen werden kaum beobachtet. Eine unangenehme Nebenwirkung bei Überdosierung ist der Priapismus, das Auftreten von Schwellkörperfibrosen und lokale Entzündungs- bzw. Schmerzreaktionen wurde beschrieben. Weitere Informationen über SKAT finden Sie [hier].

Alprostadil kann auch zur lokalen Anwendung verwendet werden. Dabei wird das Medikament in die Harnröhre (MUSE®) eingebracht und gelangt von dort über Diffusion in die Blutgefäße zu den Schwellkörpern. Auch hier ist eine individuelle Anpassung an die Dosis erforderlich. Üblich ist eine Dosierung zwischen 250 und 1000µg. Die erreichten Erfolgsraten schwanken zwischen 30 und 66%, wobei die Akzeptanz recht hoch ist. An lokalen Nebenwirkungen traten Schmerzen im Penis auf; systemische Nebenwirkungen waren selten (Schwindel). Weitere Informationen über MUSE® finden Sie [hier].

Phentolamin und Papavarin Kombinationspräparat (Androskat®)
Das Kombinationspräparat besitzt einen synergistischen Effekt im Vergleich zu den Wirkungen der Einzelsubstanzen. Die Effektivität ist mit 60-75% sehr gut. Nach Austestung der individuellen Dosis werden prolongierte Erektionen bei 1% aller Injektionen gesehen. Lokale Probleme der Schwellkörperautoinjektion mit diesem Medikament werden in 10-30% der Fälle beschrieben. Auf Grund der im Vergleich zu Alprostadil höheren Rate an prolongierten Erektionen wird das Medikament nur noch bei PGE1 Komplikationen oder in Kombination mit PGE1 als Tripelmix bei dessen alleiniger Unwirksamkeit eingesetzt.

 3. Zentral wirksame Substanzen

Apomorphin (Uprima®, IXense®)

Wirkungsweise
Apomorphin ist eine im Gehirn wirksame Substanz, die spezielle Rezeptoren (Dopaminrezeptoren [D1 und D2]) stimuliert und eigentlich als Brechmittel bei Vergiftungen Anwendung gefunden hatte. Durch die Stimulation der zentralen D2-Rezeptoren im Nucleus paraventricularis des Zentralnervensystems (ZNS) werden erektionsfördernde Bahnen aktiviert. Vorteil von Apomorphin soll die ebenfalls gesteigerte Libido sein - das Medikament wirkt sowohl bei gesunden als auch impotenten Männern, wenngleich andere Autoren einen Einfluss auf die Libido verneinen. Das Medikament wirkt aber nur in Anwesenheit von Testosteron und Oxytocin; so wirkt es beispielsweise nicht bei kastrierten Männern. Die Funktion der Nitritoxid-Synthese sowohl zentral als auch peripher ist eine weitere Voraussetzung der Wirksamkeit des Medikamentes. Letzteres erklärt auch die Tatsache, dass durch NO-Synthese-Hemmer die Wirksamkeit des Apomorphins abgeschwächt bis aufgehoben wird. Wenngleich sich der Wirkstoff bereits zehn Minuten nach Einnahme im Blut nachweisen lässt, ist der mittlere Wirkungseintritt des Apomorphins nach 18 bis 19 Minuten. 

Anwendung
Apomorphin wird als Sublingualtablette angewendet, d.h. die Tablette wird unter die Zunge gelegt. Dort löst sie sich auf und gelangt in den Blutkreislauf. Die Tablette sollte ca. 20 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Für die Wirkung des Medikamentes ist eine sexuelle Stimulation erforderlich. Vor eine Anwendung ist die Konsultation eines Arztes unbedingt erforderlich.

Dosierung
In Dosisfindungsstudien wurden bei einer Dosis von 6mg bei ca. 60% der Patienten eine suffiziente Erektion erreicht und nur 2,7% berichteten über die Hauptnebenwirkung, Übelkeit (die Nebenwirkungen sind streng von der verwendeten Dosis abhängig). 

Neuere klinische Daten belegen, dass bei mäßig- bis schwergradig erektionsgestörten Patienten Dosierungen von 3mg (als Sublingualtablette) die günstigste Nutzen-Risiko-Relation aufweisen. Ungefähr die Hälfte aller Patienten erreichten eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion. Nach Gabe von 4mg wurde der Erfolg nicht wesentlich gesteigert, die Rate an Übelkeit stieg jedoch deutlich an (14%). 

Die derzeit empfohlene Dosierung liegt bei 2 bis 3mg. In dieser Dosierung wird ein guter Effekt auf die Erektionsbildung bei nur geringen Nebenwirkungen beobachtet.

Nebenwirkung/Verträglichkeit
Das Apomorphin erwies sich bisher als ein gut verträgliches und vor allem sicheres Medikament. Nebenwirkungen waren bei Dosierungen zwischen 2 und 3mg vor allem Übelkeit (6,8%), Kopfschmerzen (6,7%), Schwindel (4,4%) und Müdigkeit (1,9%). Die Synkope (plötzlicher Blutdruckabfall mit Bewusstseinsverlust) ist mit ca. 0,2% sehr selten.

Vorteil(e)
Apomorphin kann auf Grund seiner Wirkungsweise auch bei Patienten mit folgenden Nebenerkrankungen gegeben werden: Koronare Herzkrankheit (KHK), Arterielle Hypertonie, BPH, Diabetes mellitus.

Kontraindikationen
Das Medikament sollte bei Patienten mit instabiler Angina pectoris, kürzlichem Herzinfarkt, schwerer Herzschwäche und/oder niedrigem Blutdruck (Hypotonie) und Unverträglichkeit nicht gegeben werden.

A-Melanozyten-stimulierendes Hormon
Von Vorteil dieses zentral wirksamen Medikaments ist die Applikation unter die Haut (s.c.). Dies ist insofern wichtig, da sich viele Männer vor der "Spritze in den Penis", wie es bei der SKAT angewendet wird, fürchten.

Naltrexon (Nemexin®)
Dieses Medikament gehört zu den Opiat-Antagonisten. Die Wirkung ist im Gegensatz zu dem bekannten Naloxon stärker und länger anhaltend. In Plazebo-kontrollierten Studien bei Männern mit einer nicht organischen ED wurde eine Verbesserung der morgendlichen Erektionen, aber keine Zunahme der Libido und der Anzahl des Geschlechtsverkehrs gezeigt.

Yohimbin
Yohimbin ist ein relativ selektiver Antagonist der Alpha-2-Rezeptoren und wirkt im Zentralnervensystem. Es wurde bereits in vielen Studien hinsichtlich seiner Wirksamkeit untersucht. Es wird derzeit hauptsächlich zur Behandlung der psychogenen erektilen Dysfunktion verwendet und zeigte eine im Vergleich zu Placebo moderate Besserung der Erektion. 

Wirkungsweise
Beim Yohimbin handelt es sich um ein iridoides Indolalkaloid, welches als zentral wirksames Alpha-Adrenozeptor-2-Antagonist wirkt. In dieser Eigenschaft wirkt Yohimbin auf den Kreislauf (Blutdrucksenkung, Reflextachykardie) und die Harnblase (Erschlaffung von: Blasenhals, hintere Harnröhre und Prostata --> Senkung des Blasenauslasswiderstandes). Yohimbin wirkt aber auch auf das Sexualverhalten und wurde schon früh in Westafrika als Aphrodisiakum eingesetzt. Vorteilhaft beim Yohimbin ist das günstige Nebenwirkungsprofil. Hauptindikation sind versagensangstbedingte oder mäßig ausgeprägte organische Erektionsstörungen.

Anwendung
Yohimbin wirkt am besten bei psychogener Impotenz.

Bestandteile
Der Wirkstoff wird aus der Rinde des in Westafrika heimischen Yohimbinbaumes gewonnen. 

Dosierung
An den ersten drei Tagen sollten 3x5mg und dann 3x10mg eingenommen werden, wobei mit einem Erfolg nicht vor 14 Tagen zu rechnen ist. Die Gesamtbehandlungsdauer erstreckt sich über mindestens sechs Wochen.

Nebenwirkungen
Unruhe, Schwindel, Händezittern, verstopfte Nase, Schlafstörungen

4. Hormone

Testosteron
Das männliche Geschlechtshormon wird außer beim isolierten Mangel auch häufig als zusätzliche empirische Therapie verordnet bzw. ist Bestandteil zahlreicher Aphrodisiaka. Testosteron beeinflusst zentrale Neurotransmitter (Dopamin und Serotonin) und greift damit in die Erektionsbildung ein. So kommt es beim gesunden Mann zu einer Zunahme der Steifheit (Rigidität) der nächtlichen Erektionen, wohingegen die Häufigkeit unverändert bleibt.

Dehydroepiandrosteron (DHEA)
Hierbei handelt es sich um eine Steroidhormon der Nebennierenrinde. Es ist eine Vorstufe des Testosterons und kann als Medikament in den USA nicht verschreibungspflichtig bezogen werden. In einer Phase-III-Studie wurde eine Besserung der ED nach Einnahme von 50mg beschrieben. 

5. Aphrodisiaka
Als Aphrodisiaka werden den Geschlechtstrieb und die Potenz stärkende Mittel bezeichnet. Dabei handelt es sich in der Regel um pflanzliche Wirkstoffe, welche bereits seit mehreren tausend Jahren in Gebrauch sind. Aber auch Drogen (Haschisch), Alkohol und die Tollkirsche gehören durch ihre stimulierende und enthemmende Wirkung in diese Gruppe. Daneben zählen dazu Stoffe, welche anregend auf das Urogenitalsystem wirken (Petersilie, Selleriekraut) oder die Blutzufuhr der Bauch- und Geschlechtsorgane verstärken (Basilikum, Ingwer, Chili). Auch das als Potenzholz bezeichnete Muira puama oder Maca gehören in diese Gruppe. Weiterlesen...

Operative Behandlung 

Eine operative Therapie der Erektilen Dysfunktion wird durchgeführt, wenn alle möglichen konservativen Therapieansätze zu keinem Erfolg geführt haben. Der Anteil liegt in etwa zwischen 5 und 10%. Dieser Schritt muss reiflich durchdacht sein, da die operativen Verfahren, insbesondere die Implantation einer Penisprothese, zu einer Zerstörung der natürlichen Architektur des Penis führen. Die sexuelle Appetenz, die Ejakulationsfähigkeit und das Orgasmuserleben werden nicht beeinflusst. Weiterlesen...

Plastische OPs
Prothesen
Re-Vaskularisation
Venöse Lecks

Psychotherapie/Partnertherapie 

Sind organische Ursachen ausgeschlossen und eine psychogene Genese am wahrscheinlichsten, so sollte in jedem Falle eine psychotherapeutische Behandlung unternommen werden. Eine Einbindung der Partnerin in die Therapie sollte angestrebt werden.

Beratung
Sexualberatung
Sexualaufklärung

Psychotherapie
Verhaltenstherapie
Gesprächstherapie